ME/CFS ganzheitlich betrachtet: Welche Körpersysteme im Fokus stehen
9. Oktober 2026
ME/CFS ganzheitlich betrachtet: Welche Körpersysteme im Fokus stehen
ME/CFS – die Myalgische Enzephalomyelitis / das Chronische Fatigue-Syndrom – ist eine komplexe Erkrankung, die sich auf verschiedene Bereiche des Körpers und des Alltags auswirken kann. Neben ausgeprägter Erschöpfung können unter anderem eine deutlich eingeschränkte Belastbarkeit, Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten, Schmerzen oder eine Verschlechterung der Beschwerden nach körperlicher oder geistiger Belastung auftreten.
Deshalb kann es sinnvoll sein, ME/CFS ganzheitlich zu betrachten. Dabei geht es nicht darum, Beschwerden auf einen einzigen Auslöser zurückzuführen, sondern verschiedene Körpersysteme und Einflussfaktoren gemeinsam zu betrachten.
Was bedeutet eine ganzheitliche Betrachtung bei ME/CFS?
Der menschliche Körper funktioniert als komplexes Zusammenspiel verschiedener Systeme. Nervensystem, Immunsystem, Energiestoffwechsel, Kreislauf und Schlafregulation stehen miteinander in Verbindung.
Bei ME/CFS können verschiedene dieser Bereiche betroffen oder relevant sein. Die Ausprägung der Beschwerden ist dabei individuell sehr unterschiedlich.
Eine ganzheitliche Betrachtung kann deshalb beispielsweise folgende Bereiche einbeziehen:
- Energie- und Stoffwechselprozesse
- Nervensystem und autonome Regulation
- Immunsystem
- Schlaf und Regeneration
- Kreislauf und Blutdruckregulation
- Verdauung und Ernährung
- körperliche und geistige Belastung
- Umwelt- und individuelle Faktoren
Energie und Stoffwechsel
Ein zentrales Thema bei ME/CFS ist die deutlich reduzierte Belastbarkeit. Bereits geringe körperliche oder geistige Aktivitäten können bei manchen Betroffenen zu einer deutlichen Verschlechterung der Beschwerden führen.
Dieser Zustand wird als Post-Exertional Malaise (PEM) bezeichnet. Dabei können Beschwerden nach einer Belastung zeitlich verzögert auftreten und länger anhalten.
Der Energiestoffwechsel kann deshalb bei der medizinischen Betrachtung eine Rolle spielen. Dabei sollten einzelne Laborwerte jedoch nicht isoliert interpretiert werden.
Nervensystem und autonome Regulation
Auch das Nervensystem kann bei ME/CFS eine wichtige Rolle spielen. Das autonome Nervensystem reguliert unter anderem Herzfrequenz, Blutdruck, Verdauung und andere unbewusst ablaufende Körperfunktionen.
Bei einigen Menschen mit ME/CFS treten beispielsweise Kreislaufprobleme, Schwindel oder eine Verschlechterung beim längeren Stehen auf.
Solche Beschwerden können medizinisch abgeklärt werden, um mögliche Störungen der Kreislauf- und autonomen Regulation besser einzuordnen.
Immunsystem und Entzündungsprozesse
Das Immunsystem ist ein weiterer Bereich, der bei ME/CFS wissenschaftlich untersucht wird. Nach Infektionen können bei manchen Menschen länger anhaltende Beschwerden auftreten.
Dabei werden unter anderem Veränderungen verschiedener Immun- und Entzündungsprozesse erforscht. Die wissenschaftliche Datenlage ist jedoch komplex und entwickelt sich weiter.
Deshalb sollten einzelne Immun- oder Entzündungsmarker nicht automatisch als Erklärung für sämtliche Beschwerden interpretiert werden.
Schlaf und Regeneration
Viele Menschen mit ME/CFS berichten über nicht erholsamen Schlaf. Auch wenn ausreichend lange geschlafen wird, kann das Gefühl bestehen bleiben, nicht ausreichend regeneriert zu sein.
Schlaf und Erholung können deshalb wichtige Bestandteile einer ganzheitlichen Betrachtung sein.
Dabei können Schlafqualität, Schlafrhythmus und weitere individuelle Faktoren berücksichtigt werden. Bei ausgeprägten Schlafproblemen kann eine entsprechende medizinische Abklärung sinnvoll sein.
Ernährung und Verdauung
Auch Ernährung und Verdauung können bei einer ganzheitlichen Betrachtung berücksichtigt werden. Der Körper benötigt ausreichend Energie und Nährstoffe für zahlreiche physiologische Prozesse.
Eine ausgewogene und individuell verträgliche Ernährung kann dazu beitragen, den Körper mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen.
Dabei gibt es keine allgemeingültige Ernährungsform, die für alle Menschen mit ME/CFS gleichermaßen geeignet ist. Individuelle Verträglichkeiten, bestehende Erkrankungen und persönliche Bedürfnisse sollten berücksichtigt werden.
Belastung und Erholung
Bei ME/CFS ist der Umgang mit Belastung besonders relevant. Eine zentrale Besonderheit ist die mögliche Verschlechterung der Beschwerden nach körperlicher oder geistiger Aktivität.
Das Konzept des Pacing wird deshalb häufig genutzt, um Aktivitäten und verfügbare Energie möglichst an die individuelle Belastbarkeit anzupassen.
Dabei geht es nicht darum, Belastbarkeit um jeden Preis zu steigern. Vielmehr steht das Vermeiden von Überlastung und das Berücksichtigen individueller Grenzen im Mittelpunkt.
Umweltfaktoren
Auch Umweltfaktoren können im Rahmen einer individuellen Betrachtung berücksichtigt werden. Dazu können beispielsweise Luftqualität, bestimmte Materialien oder andere persönliche Expositionen gehören.
Nicht jede nachweisbare Substanz ist automatisch gesundheitlich relevant. Bei einem konkreten Verdacht auf eine relevante Belastung kann eine medizinische Untersuchung helfen, mögliche Expositionen sachlich einzuordnen.
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Auch die Toxopherese kann im Rahmen eines individuellen medizinischen Konzepts mit einem Arzt besprochen werden. Bei diesem Verfahren wird das eigene Blut außerhalb des Körpers über ein spezielles Filtersystem behandelt. Dabei können bestimmte im Plasma gebundene Stoffe, darunter ausgewählte entzündungsbezogene Mediatoren und Umweltbelastungen, aus dem Plasma entfernt werden.
Abhängig von der individuellen gesundheitlichen Situation kann die Toxopherese nach ärztlicher Einschätzung als ergänzender Bestandteil eines umfassenden Konzepts betrachtet werden. Sie ist keine spezifische Therapie für ME/CFS und ersetzt weder eine notwendige Diagnostik noch etablierte medizinische Maßnahmen. Ob das Verfahren im Einzelfall infrage kommt, sollte anhand der persönlichen Situation und entsprechender medizinischer Befunde beurteilt werden.
Den gesamten Menschen betrachten
ME/CFS lässt sich nicht auf ein einzelnes Körpersystem reduzieren. Die Beschwerden können verschiedene Bereiche betreffen und sich gegenseitig beeinflussen.
Deshalb kann eine ganzheitliche Betrachtung sinnvoll sein, bei der Energie und Stoffwechsel, Nervensystem, Immunsystem, Kreislauf, Schlaf, Ernährung, Verdauung und individuelle Belastungsfaktoren gemeinsam berücksichtigt werden.
Gleichzeitig ist es wichtig, medizinisch gesicherte Erkenntnisse von noch offenen wissenschaftlichen Fragen zu unterscheiden. Nicht jeder mögliche Zusammenhang ist bereits eindeutig belegt.
Eine individuelle medizinische Betreuung kann dabei helfen, Beschwerden systematisch einzuordnen und die persönliche gesundheitliche Situation umfassend zu betrachten.
Wichtig: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Verdacht auf ME/CFS oder anhaltenden Beschwerden sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Bei ausgeprägter Belastungsintoleranz sollte körperliche Aktivität individuell und medizinisch angemessen gestaltet werden.
Hinweis
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung einer KI erstellt und redaktionell überarbeitet, um dir fundierte, ganzheitliche Impulse zugänglich zu machen.
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