Autoimmunerkrankungen ganzheitlich betrachten: Was Umweltbelastungen mit dem Immunsystem machen
24. Juli 2025
Autoimmunerkrankungen ganzheitlich betrachten: Was Umweltbelastungen mit dem Immunsystem machen
Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto, Rheumatoide Arthritis oder Multiple Sklerose entstehen nicht aus dem Nichts. Oft wirken verschiedene Faktoren zusammen – unter anderem genetische Veranlagung, chronischer Stress, Ernährung, Infekte und auch Umwelteinflüsse. Gerade Letztere werden oft unterschätzt. Dabei können sie das Immunsystem dauerhaft reizen und entzündliche Prozesse fördern.
Umweltgifte: Unsichtbare Reize im Alltag
Wir sind im Alltag ständig mit Schadstoffen in Kontakt – über Luft, Wasser, Nahrung oder Pflegeprodukte. Dazu gehören z. B.:
• Schwermetalle (wie Quecksilber oder Blei)
• Schimmelpilze oder deren Gifte
• Pestizide aus Lebensmitteln
• Weichmacher und Lösungsmittel aus Kunststoffen
• Feinstaub, Zigarettenrauch, Parfümstoffe
Für Menschen mit Autoimmunerkrankungen können solche Belastungen besonders spürbar sein. Das Immunsystem reagiert sensibler – oft mit Erschöpfung, Gelenkschmerzen, Konzentrationsproblemen oder Hautreaktionen.
Die körpereigene Entgiftung unterstützen
Unser Körper hat eigene Schutzmechanismen, um mit Belastungen umzugehen. Leber, Nieren, Darm, Haut und Lymphe helfen dabei, Stoffe auszuscheiden, die nicht im Körper bleiben sollten. Doch bei chronischer Belastung oder wenn wichtige Nährstoffe fehlen, kann dieses System an seine Grenzen kommen.
Wer den Körper entlasten möchte, kann schon mit einfachen Mitteln etwas beitragen: ausreichend trinken, regelmäßig bewegen, frische Luft, ausreichend Schlaf, ballaststoffreiche Ernährung und bewusstes Vermeiden weiterer Schadstoffe (z. B. durch natürliche Reinigungsmittel oder schadstoffarme Kosmetik).
Toxopherese
Ein Verfahren, das in der Umweltmedizin bei schweren Belastungen eingesetzt wird, ist die Toxopherese. Dabei handelt es sich um ein medizinisches Blutreinigungsverfahren, bei dem bestimmte Stoffe – z. B. entzündungsfördernde Botenstoffe oder Umweltgifte – aus dem Blutplasma entfernt werden.
Einige Menschen mit chronischen Erkrankungen berichten nach der Anwendung von einer Verbesserung ihres Wohlbefindens. Die Toxopherese sollte nur in erfahrenen Einrichtungen und nach ärztlicher Beratung durchgeführt werden. Sie kann ein Baustein in einem individuellen Therapiekonzept sein.
Fazit: Umweltbewusst leben – Schritt für Schritt
Es geht nicht darum, sich vor allem zu fürchten. Aber wer sich mit einer Autoimmunerkrankung auseinandersetzt, darf den Blick auch nach außen richten: Was wirkt täglich auf meinen Körper ein? Welche Stoffe belasten mein Immunsystem zusätzlich? Und was kann ich im Kleinen verändern, um mich insgesamt wohler zu fühlen?
Ein bewusster Umgang mit der Umwelt – im Haus, bei der Ernährung oder im Alltag – kann das Wohlbefinden unterstützen. Ganzheitlich betrachtet gehört auch das zur Selbstfürsorge: dem Körper nicht noch mehr abzuverlangen, sondern ihn sanft zu begleiten.
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